Die Ausstellung ist bis Sonntag, 8. Juni 2025, sonntags 15-18 Uhr und nach Vereinbarung zu sehen.
Kryptochrom – verborgene oder auch dunkle Farbe – bezeichnet ein Molekül, das sich im Auge mancher Zugvögel befindet und ihnen ermöglicht, das Erdmagnetfeld so wahrzunehmen, dass sie sich auf ihren Reisen daran orientieren können.
Alexander Horn entlehnt diesen Begriff aus der Biologie und macht ihn sich in dem Sinn zu eigen, dass in seiner nichtgegenständlichen Malerei Elemente zu finden sind, welche der eigentlichen Bedeutung, aber auch der molekularbiologischen, Rechnung tragen.
Zum Teil kleinstformatige Gemälde, changierend zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit, in denen feste Strukturen, Untermalungen und gestischer Farbauftrag Verdichtungen erzeugen, welche, manchmal nahezu chaotisch anmutend, immer wieder Raum für Überraschendes, den Zufall bieten.
So finden wir formale Module, welche sich in den einzelnen Bildteilen jedoch form- und farbmäandernd neu strukturieren. Zum Beispiel eine flauschige Untermalung mit hoher Strahlkraft und lasierender Farbigkeit, die durch eine sehr flächige monochrome Struktur einen Negativraum erzeugt. Dieser erinnert an Geäst oder neuronale Netze, was die Grundlage für zum Teil gestisch, zum anderen sehr gesetzt wirkende ergänzende Elemente ist.
(Harry Gelb)